Mehr Transparenz im globalen Zahlungsverkehr [Fachbeitrag]

Schnell, transparent, fehlerfrei, preiswert – diese Anforderungen stellen Treasurer an den internationalen Zahlungsverkehr. Eine neue Initiative soll helfen, diese Ziele zu erreichen.

Informationen sind heute sofort, jederzeit und weltweit über das Internet verfügbar. Verbraucher können Zahlungen schon lange per Knopfdruck veranlassen. Das hat auch die Ansprüche der Firmenkunden an die Zahlungsdienste ihrer Banken grundlegend verändert –  Treasurer nutzen diese Annehmlichkeiten im privaten Leben und erwarten das auch in ihrem Arbeitsleben.

Das traditionelle Korrespondenzbankmodell kann das jedoch nicht leisten: Internationale Überweisungen von Unternehmen brauchen meist mehrere Tage, die Kosten sind intransparent, das Eintreffen der Zahlung ist nicht absehbar, die Gutschrift wird nicht bestätigt, manche Informationen sind gar nicht verfügbar. Dieser Status quo ist in der heutigen Welt nicht mehr akzeptabel. Unternehmen wollen ihre Rechnungen überweisen, ohne Geld im Umlauf zu binden oder verspätete Zahlungen zu riskieren. Um effizienter arbeiten zu können und Probleme zu vermeiden, brauchen sie die Übersicht über Kosten und Abzüge sowie reibungslose Abläufe durch die Bestätigung der Gutschrift bei ihrem Zulieferer.

Hohe neue Leistungseffizienz

Der derzeit effizienteste Weg zu mehr Transparenz und Schnelligkeit im internationalen Zahlungsverkehr ist das Aufrüsten des ausgereiften, straff regulierten und im Alltag bewährten globalen Korrespondenzbanken-Netzwerks. Auf dessen solider Infrastruktur baut die Initiative „Global Payments Innovation“ (gpi) mit einer neuen Ebene innovativer Technologie auf. Sie erlaubt es, Zahlungen nachzuverfolgen und zusätzliche Informationen zu jeder Überweisung zu übermitteln. Mit dem gpi-Service können Korrespondenzbanknetze den Bedarf der Firmenkunden an höherer Transparenz und schnelleren Transaktionen erfüllen.

Sechs führende Schweizer Großunternehmen mit internationalen Aktivitäten haben inzwischen in einem offenen Brief ihre Unterstützung für gpi erklärt und die Banken weltweit aufgefordert, den Service zu nutzen, um den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu verbessern. Die Unternehmen erhoffen sich vor allem bessere Beziehungen zu ihren Zulieferern und ein effizienteres  Treasury.

Anfang des Jahres 2017 wurde die erste aktive Phase von gpi eingeläutet. Seitdem wird gpi bereits von über 34 globalen Transaktionsbanken eingesetzt oder derzeit implementiert, mehr als 135 sind in der Implementierungs-Pipeline (Stand Dezember 2017). Über Einhunderttausend Auslandsüberweisungen werden inzwischen täglich nach dem neuen Standard übermittelt und verschaffen Treasurern taggleiches Settlement der Gelder in ihrer Zeitzone, Kostentransparenz, gesicherte zusätzliche Zahlungsinformationen sowie eine Gutschrift-Bestätigung. Der „gpi Tracker“ macht es möglich, Zahlungen in Echtzeit nachzuverfolgen. Mit besserer Übersicht über ihre verfügbaren Mittel optimieren Treasurer ihr Cash Management, präzisieren ihre Forecasts und verbessern die Compliance regulatorischer Auflagen.

Zukunftssicherung in drei Phasen

In der zweiten gpi-Phase sollen grenzüberschreitende Zahlungen mit weiteren Services verknüpft werden: Geplant ist ein Zahlungserinnerungs- und Stornierungsdienst sowie der Transfer weiterer Zahlungsdaten, um Compliance-Prüfungen und den Abgleich von Überweisungen für mehrere Rechnungen automatisieren zu können. Für die dritte Phase wird derzeit in einer Machbarkeitsstudie erforscht, wie Distributed Ledger-Technologien (DLT) genutzt werden können. Somit öffnet die gpi-Initiative den bislang zukunftssichersten Weg zur Innovation im Korrespondenzbankgeschäft.

 

Mathias Schotte | Global Key Client Director Deutsche Bank, SWIFT

Mathias Schotte ist Global Key Client Director bei SWIFT Germany in Frankfurt am Main. Zusätzlich zu seiner globalen Zuständigkeit für einen Key Account, betreut Herr Schotte L2BA-Partner wie BELLIN. Vorher hatte Herr Schotte die Verantwortung für Firmenkunden und Asset Management Institutionen innerhalb der Region CEE und ist seit 2012 bei SWIFT beschäftigt.

 

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